Sie sind hier:

Wohnhausgruppe (Bremen Benquestraße 44 & 46 & 48 & 50 & 52 & 54 & 56, Hartwigstraße)

OBJ-Dok-nr.: 00005286




Stadt:
Bremen
Bezirk:
Ost
Stadtteil:
Schwachhausen
Ortsteil:
Bürgerpark
Straße:
Benquestraße 44 & 46 & 48 & 50 & 52 & 54 & 56
Hartwigstraße
Denkmaltyp:
Wohnhausgruppe
Eintragung:
2019
Listentext:
Benquestraße 44/56, Wohnhäuser, 1909-1912 von Heinrich Garbade (2019)°
Hartwigstraße°
Bestandteile der Denkmalgruppe:°
- Benquestraße 44/Hartwigstraße, Haus Garbade, 1909-1910 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 46, Haus Gildemeister, 1909-1910 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 48, Haus Knüppel, 1909-1910 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 50, Haus Hillmann, 1911-1912 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 52, Haus Focke, 1911-1912 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 54, Haus Tewes, 1911-1912 von Heinrich Garbade (2019)°
- Benquestraße 56, Haus Ronning, 1911-1912 von Heinrich Garbade (2019)
Kurzbeschreibung:
Die bemerkenswert gut erhaltenen, als eine abwechslungsreich und doch einheitlich gestaltete Hauszeile aus einem Guss malerisch gruppierten Häuser sind der Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zuzurechnen und zeigen sowohl in der inneren Disposition (Treppenhaushallen) wie in der Gestaltung der Baukörper (Bow- und Bay-Windows, teils durchlaufende Sturzgesimse unmittelbar über Fenstergruppen etc.) den zeittypischen Einfluss des von Muthesius bekannt gemachten Englischen Landhauses. Die Erstbewohner gehörten allesamt dem gehobenen Bürgertum bzw. dem Großbürgertum Bremens an.°
Die sieben Häuser bilden ein einheitlich durchgeplantes, klar definiertes Ensemble. Es wird an der Südseite durch die Benquestraße begrenzt, an der Westseite durch die rechtwinklig abzweigende, untergeordnete Hartwigstraße und an der Ostseite durch eine projektierte, aber nie ausgeführte weitere Seitenstraße, die sich noch heute als unmotiviert wirkende Baulücke zu der im Westen bis zur Wachmannstraße anschließenden Bebauung von vier weiteren Reihenhäusern zu erkennen gibt; zusätzlich weist die aufwendige Gestaltung der beiden dieser imaginären Straße zugeordneten Seitenfassaden der Häuser Benquestraße 56 und 58 auf die ursprüngliche Straßenplanung hin. Die Fläche der projektierten Straße wurde später den beiden verhinderten Eckhäusern je zur Hälfte als Gartenterrain zugeschlagen. Die ungerade Anzahl von sieben Häusern ermöglichte es Garbade, mit einer klaren Betonung der Mitte der Hauszeile zu operieren und ein grob symmetrisches Erscheinungsbild der Hausgruppe zu wählen, ohne dass jedoch eine strikte spiegelbildliche Symmetrie in allen Details intendiert war.°
Die Häuser sind sehr reizvoll und harmonisch gestaltet unter souveräner Verwendung wiederkehrender, aber im Detail variierender einzelner Bauformen. Die vielfältigen Vorbauten bestimmen das Erscheinungsbild maßgeblich. Teils als offene halbrunde Loggien mit dorischen Säulen gestaltet, teils als offene Säulen- oder Pfeilerveranden mit rechteckigem Grundriss, mit oder ohne aufsitzenden Balkon, teils als geschlossene Standerker mit polygonalem oder segmentbogigem Grundriss in der Art englischer Bay- bzw. Bow-Windows beleben sie das Bild des Ensembles. Stuckdekor ist, dem Zug der Zeit zur Abkehr von überladenen Schmuckformen des Historismus folgend, nur sparsam und agraffenhaft akzentuierend eingesetzt, die Gestaltung der Baukörper erfolgt primär über die Differenzierung der einzelnen Bauelemente wie Fensterformen, Sprossengliederung der Fenster, Fensterklappen, Formen der Vorbauten und Dachgauben etc. Im Bau von "Bremer Häusern" dieser Zeit- und Stilstufe gehören die Bauten in der Benquestraße zu den besten gestalterischen Leistungen.
Epoche:
Jahrhundertwende
Art Dat.:
Herstellung
  Num.-Dat.:
1909-1913
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Garbade, Heinrich
  Funktion:
Architekt