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Gaswerk Woltmershausen, Kohlenschuppen (Gebäude 29)

OBJ-Dok-nr.: 00004173




Stadt:
Bremen
Bezirk:
Süd
Stadtteil:
Woltmershausen
Ortsteil:
Woltmershausen
Straße:
Am Gaswerkgraben 2
Denkmaltyp:
Industriebau
Eintragung:
2025
Listentext:
Am Gaswerkgraben 2, Kohlenschuppen (Gebäude 29) des Gaswerks Woltmershausen, 1899 von Ludwig Beermann und Hermann Salzenberg, Erweiterung 1908 (2025)
Kurzbeschreibung:
Zu den ersten realisierten Bauprojekten auf dem Gaswerkgelände gehört der große Kohlenschuppen, der ab September 1899 errichtet wurde. Aus den erforderlichen Lagerkapazitäten ergab sich die enorme Größe von 42 Metern Breite und 140 Metern Länge. Bereits 1908 wurde das Lagergebäude sogar noch um weitere 100 Meter in Richtung Westen auf seine heutige Größe erweitert. Der hallenartige Bau besteht aus materialsichtigem Backsteinmauerwerk mit Lisenengliederung und kleinen, größtenteils bauzeitlichen Rundbogenfenstern unterhalb der Blendarkaden entlang der Dachkanten. Das Tonnendach wird von einem aus der Bauzeit stammenden Stahltragwerk in Fachwerkbinderkonstruktion getragen. In der ursprünglichen Dachhaut waren in engen Abständen quer verlaufende Lichtbänder eingefügt. Heute besteht das Tonnendach aus einer neueren Wellblechabdeckung mit einzelnen Oberlichtern entlang des Scheitelpunktes. An der östlichen Stirnseite schließt der rund sechs Meter hoch aufgeschüttete Bahndamm an das Gebäude an. Von hier aus gelangten die mit den Kohlen beladenen Eisenbahnwaggons durch vier große Tore in die Halle. Die Toröffnungen sind zwar verschlossen, jedoch noch im Mauerwerk ablesbar. Von besonderer Bedeutung ist der erhaltene Kohlenabfuhrgang samt Schienenführung im Boden im westlichen Hallenabschnitt. Er ist einer von ehemals ca. 70 Gängen, die quer zu den Kohlenbehältern unterhalb derselben verliefen und dem manuellen Transport der Kohlen zum Ofenhaus dienten. Entlang der Seitenwände des Kohlenschuppens sind viele der seit 1967 zugemauerten niedrigen, spitzbogigen Ausgänge noch erkennbar.°
Der monumentale Backsteinbau verkörpert mit seiner neuromanischen Formensprache aus Rundbogenfenstern, Blendarkaden, Sägezahnfries und Lisenengliederung einen Typus der Industriebaukunst, wie er um 1900 häufig vorzufinden war, heute jedoch immer seltener wird. Die enormen Dimensionen der Kohlenhalle von 240 x 42 Metern veranschaulichen die riesigen Mengen an Steinkohle, die hier eingelagert wurden, und welch hohe Bedeutung dieser Rohstoff für die Energiegewinnung um 1900 hatte.°
Der ehemalige Kohlenschuppen gehört zum historischen Kernbestand des Gaswerks Woltmershausen und bildet mit den weiteren Gebäuden dieser Zeitschicht sowie mit dem E-Lokschuppen von 1955 ein Ensemble, dessen Erhaltung aus heimatgeschichtlichen, geschichtlichen, technikgeschichtlichen und städtebaulichen Gründen im Interesse der Öffentlichkeit liegt. Darüber hinaus stellt er ein Einzeldenkmal dar, dessen Denkmalwert sich geschichtlich und technikgeschichtlich begründen lässt.°
Nach der Stilllegung des Gaswerks 1964 erwies sich der Kohlenschuppen dank seiner stützenfreien Konstruktion und nach Entfernung aller Einbauten als gut geeignet für lagerlogistische Zwecke und beinhaltet heute ein Hochregallager sowie Büroräume.
Epoche:
Jahrhundertwende
Art Dat.:
Erweiterung
  Num.-Dat.:
1908
Art Dat.:
Herstellung
  Num.-Dat.:
1899
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Beermann, Ludwig
  Funktion:
Hochbauverwaltung
  Rank:
Baumeister
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Salzenberg, Hermann
  Funktion:
Erleuchtungs- und Wasserwerke
  Rank:
Direktor
  Kommentar:
Entwurf des Lageplans
Quelle:
Nacherfassung Ricci 2014-2015
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900, 1900
  Stelle:
497
Lit.-Kurztitel:
Geschichte(e) hinterm Tunnel, 1994
  Stelle:
45
Lit.-Kurztitel:
Schütte, H.: Das Gaswerk der freien Hansestadt Bremen. Denkschrift zum 50jährigen Bestehen der Gasanstalt, 1904
  Stelle:
37-39
Lit.-Kurztitel:
Schwarzwälder, 1973
  Stelle:
188
Lit.-Kurztitel:
Schwarzwälder, 2003
  Stelle:
289
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