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Gaswerk Woltmershausen

OBJ-Dok-nr.: 00004128




Stadt:
Bremen
Bezirk:
Süd
Stadtteil:
Woltmershausen
Ortsteil:
Woltmershausen
Straße:
Am Gaswerkgraben 2
Am Gaswerk
Denkmaltyp:
Bürogebäude & Gaswerk
Eintragung:
2025
Listentext:
Am Gaswerkgraben 2, Gaswerk Woltmershausen, 1899-1901 von Ludwig Beermann und Hermann Salzenberg (2025)°
Einzeldenkmal siehe: Am Gaswerkgraben 2°
Bestandteile der Denkmalgruppe:°
- Verwaltungsgebäude (Gebäude 11), um 1902°
- Arbeitergebäude (Gebäude 5), 1901, Erweiterung 1903°
- Werkstatt (Gebäude 9), 1901°
- Elektrizitätswerk (Gebäude10), 1900, Erweiterung 1909°
- Kühlerhaus (Gebäude 19), 1900°
- Doppelwohnhaus für den Obermaschinenmeister (Gebäude 12 + 13), 1901°
- Gasmessergebäude (Gebäude 27), 1900°
- E-Lokschuppen (Gebäude 26), 1955 von der Zentralbauabteilung der Stadtwerke Bremen°
Bestandteile ohne Denkmalwert: Direktorenwohnhaus (Gebäude 14); Laboratorium und Portier (Gebäude 15)
Kurzbeschreibung:
Als die erste städtische Gasanstalt von 1854, die hinter dem heutigen Hauptbahnhof lag, gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihre Kapazitätsgrenze erreicht hatte, wurde im Jahr 1897 ein Neubau in der Woltmershauser Feldmark beschlossen. Die Planungen leitete der Direktor der Erleuchtungs- und Wasserwerke Hermann Salzenberg (1829-1918). Er entwarf auch den generellen Lageplan. Die Entwürfe für die Hochbauten lieferte der bei der Bremischen Hochbauverwaltung tätige Baumeister Ludwig Beermann. Auf dem 32,5 Hektar großen Areal entstanden bis 1901 über 40 Gebäude und technische Anlagen, die zur Herstellung des sogenannten Stadtgases dienten, welches in Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen meist zu Beleuchtungszwecken genutzt wurde. Die zur Herstellung benötigte Kohle wurde entweder mit der Eisenbahn über den Neustadtsbahnhof oder mit Schiffen über den Hohentorshafen am Woltmershauser Kanal angeliefert. Von dort aus transportierten Spezialbahnen den Rohstoff auf eigens dafür angelegten Bahndämmen in den großen Kohlenschuppen. Nach dem Entgasungsprozess der Kohle im Ofenhaus folgten mehrere Produktionsschritte, in denen das Gas durch Rohrleitungen von einer technischen Anlage zur nächsten geleitet wurde, bis es schließlich in die Gasometer zur Speicherung gelangte.°
Anfang der 1960er-Jahre erfolgte zunächst die Umstellung auf Fernwärme und das doppelt so energiereiche Erdgas, was einen Rückgang der Kohlegasproduktion zur Folge hatte. 1964 wurde schließlich nach rund 65 Jahren Gasversorgung die Produktion an diesem Standort gänzlich eingestellt. Im selben Jahr begann man mit dem Abriss einiger Bestandteile der Gasanstalt, sodass nach und nach etwa 60% des Geländes frei wurden. Zu den Abbrüchen zählte etwa auch das Kernstück der Anlage: das stählerne Ofenhaus. Den bestehen gebliebenen Gebäuden kam zum Teil eine neue Nutzung zu. Heute (2024) wird das Gelände von der swb-Tochter Wesernetz Bremen GmbH genutzt.°
Ein architekturgeschichtlicher Wert kommt den erhalten gebliebenen Gebäuden des Kernbestands zu, da sie einem Typenbau entsprechen, wie er mehr oder weniger gleichartig etwa zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg auf zahlreichen deutschen Fabrik- und Werksgeländen Verwendung fand. Wie es für die Industriebaukunst um 1900 typisch war, wählte auch Ludwig Beermann für die Gaswerk-Hochbauten einen historisierenden Baustil - hier in Form der Neuromanik -, mit dem er die fortschrittliche Technik im Inneren umhüllte. Die heute noch bestehenden Gebäude und infrastrukturellen Anlagen legen außerdem Zeugnis von der industriegeschichtlichen Entwicklung in Bremen und speziell in Woltmershausen ab, weshalb ihnen eine heimatgeschichtliche Bedeutung zukommt. Der Denkmalwert lässt sich zudem technikgeschichtlich begründen, da die Gebäude und Anlagen anschauliche Zeugnisse einer Epoche der stadteigenen Energiegewinnung mit Kohlengas darstellen. Nicht zuletzt kommt dem ehemaligen Gaswerk eine städtebauliche Bedeutung zu, die auf der absichtsvollen Positionierung des markanten Uhrenturms des Verwaltungsgebäudes, den Sichtbezügen zum Hohentorshafen, zum Güterbahnhof Bremen-Neustadt und zu den Anfuhrgleisen sowie der flächenmäßig enormen Ausdehnung in Woltmershausen beruht.
Epoche:
Historismus
Art Dat.:
Herstellung
  Num.-Dat.:
1899-1901
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Beermann, Ludwig
  Funktion:
Hochbauverwaltung
  Rank:
Baumeister
Objekt @ Künstler:
Entwurf
  Architekt/Künstler:
Salzenberg, Hermann
  Funktion:
Erleuchtungs- und Wasserwerke
  Rank:
Direktor
  Kommentar:
Entwurf des Lageplans
Quelle:
Dubis, Anna: Vergangenheit mit Zukunft, Masterthesis HS Bremen 2019
  Herkunft:
Anna Husmann (ehemals Dubis) Kontakt: adubis88@googlemail.com
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
  Stelle:
497
Lit.-Kurztitel:
Krysl, Werner; Rospek, Rosemarie: Bremen. Der Wiederaufbau 1945-1960, Bremen 1977
Lit.-Kurztitel:
Schütte, H.: Das Gaswerk der freien Hansestadt Bremen. Denkschrift zum 50jährigen Bestehen der Gasanstalt, 1904
  Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Schwarzwälder (2003)
  Stelle:
289
Denkmal digital · Landesamt für Denkmalpflege