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Straße:
Werner-von-Siemens-Straße 55
Denkmaltyp:
Gemeindezentrum & Kirche & Kirche ev.
Listentext:
Werner-von-Siemens-Straße 55, Ev. Andreas-Kirche mit Gemeindezentrum, 1965-1968 von Peter Ahlers (2024)
Baugeschichte:
1. Bauabschnitt Pastorenhaus°
2. Bauabschnitt Kirchengebäude, Konfirmandentrakt und Verbindungsbau°
2004 Umbauten (Sakristei, Fenstervorhalle, Foyer)°
2021 Teilabriss und Umbau des Gemeindehauses zu einem Hospiz und des Pastorenhauses zu einem Gemeindehaus
Kurzbeschreibung:
Die Andreas-Gemeinde wurde Anfang der 1960er Jahre gegründet und blickt somit auf eine vergleichsweise junge Kirchengeschichte zurück. Im Jahr 1965 reichte der Architekt (BDA) Peter O. Ahlers den Bauantrag für die Evangelische Andreas-Kirche ein, die in zwei Bauabschnitten fertiggestellt und im Jahr 1968 eingeweiht werden konnte. Sie ist die jüngste der vier Kirchen, die Ahlers in den 1960er Jahren in Bremen errichtete.°
Ahlers entwarf ein Kirchenzentrum bestehend aus drei Gebäudeflügeln, die in unterschiedliche Himmelsrichtungen zeigen und in der Mitte durch eine Eingangshalle miteinander verbunden sind. In diesen Flügeln ist zum einen der Kirchenraum mit angrenzendem Gemeindesaal untergebracht, zum anderen waren dort zur Bauzeit eine Pastorenwohnung und ein Gemeindezentrum untergebracht. Zum Gebäudekomplex gehört auch ein freistehender Glockenturm am nördlichen Eingang des Vorplatzes.°
Die Kirche und insbesondere der Entwurf für das ortsbildprägende und architektonisch ausgeklügelte Kirchendach entspringen einer Architekturmode der Nachkriegszeit, die auch Ahlers zu schätzen wusste. Im Kirchenraum sprechen die einheitliche hölzerne Ausstattung, die wie aus einem Guss erscheint, und das weiß gestrichene Verblendmauerwerk im Innenraum die materielle und gestalterische Sprache ihrer Entstehungszeit. Der Raum wirkt schlicht, aber dennoch festlich, auf Buntverglasung und Dekoration wurde hier gänzlich verzichtet. Die Altarnische bildet das Zentrum des Raumes und wird durch seitlichen Tageslichteinfall mit einfachen Mitteln, aber äußerst effektvoll hervorgehoben.° Die Andreas-Kirche ist nicht nur aus künstlerischen Gründen von hoher Bedeutung, sondern sie ist auch ein bauliches Dokument des wirtschaftlichen Aufschwungs im Bremer Kirchenbau der Nachkriegszeit. Sie ist als ortsgeschichtliches und städtebauliches Zeugnis mit der Entstehung des Wohngebietes in Lehesterdeich Anfang der 1960er-Jahre und mit der Geschichte der neuen "Siedler" verbunden, die aufgrund des expandierenden Außenbezirks nach der Gründung einer neuen Kirchengemeinde strebten. Die Entstehung ganzer Gemeindezentren war nicht unüblich für den Kirchenbau der Nachkriegszeit, hatte man doch durch Zuwanderung und Integrationsbestrebungen sowie durch Tätigkeiten der kirchlichen Diakonie einen erhöhten Bedarf an Gruppen- und Sozialräumen. Vom Kirchenvorplatz aus betrachtet bilden die Kirche, insbesondere durch die markante Dachlandschaft, den hohen Glockenturm und das Gemeindezentrum eine städtebaulich wirkungsvolle und homogene Einheit, die sich in das umliegende Wohngebiet stimmig einfügt.
Objekt @ Künstler:
Bauherr
Architekt/Künstler:
Andreas-Gemeinde
Objekt @ Künstler:
Entwurf
Architekt/Künstler:
Ahlers, Peter
Stelle:
020006343_vorgang_01
Stelle:
020006343_vorgang_02
Stelle:
020006343_vorgang_03
Lit.-Kurztitel:
50 Jahre Andreas Gemeinde. Festschrift, Bremen 2014
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1950-1979, 2014
Lit.-Kurztitel:
Heitmann, Claus: Von Abraham bis Zion, Bremen 2000
Lit.-Kurztitel:
Leichtes Zelt und feste Burg, 2009/2016