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Bremer Marktplatz

OBJ-Dok-nr.: 00000065





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Am Markt 1 & 9 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21
Börsendurchgang 1
Hakenstraße 1
Hinter dem Schütting 2 & 3
Unser Lieben Frauen Kirchhof 28 & 29 & 30
Am Dom & Domshof & Schoppensteel & Stintbrücke & Schüttingstraße
Denkmaltyp:
Rathaus & Gildehaus & Plastik & Geschäftshaus & Apotheke & Bankhaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Am Markt 1-21, Bremer Marktplatz (1973)
Am Dom
Börsendurchgang 1
Domshof
Hakenstraße 1
Hinter dem Schütting 2-3
Marktstraße 3
Schoppensteel
Stintbrücke
Schüttingstraße
Unser Lieben Frauen Kirchhof 28-30
Einzeldenkmale siehe: Am Markt; Roland; 1; 9; 11; 12; 13; 14/16; 20; 21
Bestandteile der Gesamtanlage:
- Am Markt 9, Haus Jonas, 1963 von Bernhard Wessel (1973)
- Am Markt 17, Medizinisches Warenhaus, 1950 von Fritz Brandt (1973)
- Am Markt 18, Eduscho-Haus, 1952-1953 von Arthur Bothe (1973)
- Am Markt 19, Bankhaus Carl F. Plump & Co., 1960 von Gerhard Müller-Menckens (1973)
- Marktstraße 3/Am Markt, Haus C der Handelskammer Bremen, 1956 von Bernhard Wessel (1973)
Kurzbeschreibung:
Der Bremer Marktplatz ist ein städtebauliches Kunstwerk von Rang. Seinen Höhepunkt bildet das Rathaus zusammen mit der Rolandstatue. Die stadträumliche Situation zeigt eine eindrucksvolle Geschlossenheit, die sich, nicht planmäßig angelegt, aus einem frühmittelalterlichen Handelsplatz am Dünenhang zwischen der Domburg und dem Liebfrauenkirchhof im Norden, der Wilhadikirche im Osten und der Balge im Süden entwickelt hat. Auf drei Ecken münden alte Hauptwege: am Westrand beim Schütting die Langenstraße, am Liebfrauenkirchhof die Obernstraße und auf der Südost-Ecke die einst auf die Weserbrücke führende Wachtstraße; der Domvorplatz vermittelt zum nördlich gelegenen Domshof und zur nordöstlichen Domsheide.
Der Platz hat im 14. Jahrhundert seine, im groben auch heute noch bestehende Grenze erfahren. Zwischen Domimmunität und der bürgerlichen Stadt gelegen, war er immer dem Volk eigen, ein Platz, auf dem sich das Volk, sei es zu Empörung, zur Verteidigung oder zum Warenaustausch versammelte.
Das privat-bürgerliche Element wurde im Verlauf der Jahrhunderte an diesem Platz immer weiter zurückgedrängt und ist heute vollständig verschwunden. Bereits 1537-1538 errichtete die Kaufmannschaft den Schütting als machtvollen Pendant zum Rathaus an der Südseite des Platzes und in der Mitte des 19. Jahrhunderts beanspruchte auch das Großbürgertum mit dem Neubau der Börse an der Ostseite einen gewichtigen Platz am Markt. Heute nimmt den Platz der im 2. Weltkrieg stark beschädigten Börse das 1962-1966 errichtete Haus der Bürgerschaft ein.
Zentraler Bezugspunkt und maßstabsbildend für alle umliegenden Gebäude des Marktes war immer das Rathaus. Im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte dann auch - ausgelöst durch einige schmucklose Fassaden an der Westseite des Platzes - eine aktive Stadtbildpflege am Bremer Marktplatz ein. Als ein Brand 1890 die Ratsapotheke zerstörte, untersagte der Senat den Wiederaufbau in klassizistischen Formen. Seither hat der Marktplatz mit der Ratsapotheke 1893, dem Ratscafé 1911 und der Sparkasse am Markt 1958 Renaissance-Giebelfassaden erhalten, die durch Neuschöpfung im Stile der Renaissance oder durch die Verwendung von Fragmenten aus Abbruchhäusern der Innenstadt dem Rathaus einen angemessenen und harmonischen Rahmen geben. Dasselbe trifft auch auf die nach Kriegszerstörung umgebauten oder neu errichteten Häuser Am Markt 9 und 14-19 zu, die sich durch die Wahl der Baumaterialien, die Eingliederung in die Bauflucht und Traufhöhe, aber auch durch einen hohen Anspruch in der Durchbildung der Fassaden bruchlos in das historische Gebäudeensemble einfügen. Selbst das Haus der Bürgerschaft, in der großflächigen Verwendung von Glas und Aluminium konsequent im Zeitstil der 1960er Jahre durchgebildet, verhält sich mit seinen dunklen Klinkern und dem zu Giebeln gefalteten Dach respektvoll gegenüber dem Rathaus.
Epoche:
Gotik & Renaissance & Barock u. Rokoko & Historismus & Jahrhundertwende & Nachkrieg
Lit.-Kurztitel:
Storck, A.: Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen, Frankfurt am Main 1822 (Faksimile 1977)
 Stelle:
162-163
Lit.-Kurztitel:
Kohl: Episoden aus der Cultur- und Kunstgeschichte Bremens, Bremen 1870 (Reprint 1991)
 Stelle:
87-112
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900, 1900
 Stelle:
Fig. 138
Lit.-Kurztitel:
Album von Bremen, Bremerhaven und den Nordseebädern, Berlin o.J. [1904]
 Stelle:
Foto Louis Koch, 1904
Lit.-Kurztitel:
Focke, Johannes: Eine Marktansicht von Polzin =
Jahrbuch der bremischen Sammlungen 5 (1912)
 Stelle:
25ff.
Lit.-Kurztitel:
Gallwitz, S.D.: Das schöne Bremen, Bremen 1925
 Stelle:
Abb. 53
Lit.-Kurztitel:
Harms, Gertrud: Die Geschichte der Entwicklung des Bremer Marktplatzes (Die Neugestaltung Bremens, H. 3), Bremen 1951
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Zur Bebauung der Ostseite des Marktplatzes =
Bremisches Jahrbuch 46 (1959)
 Stelle:
XVI-XVIII
Lit.-Kurztitel:
Stein, Rudolf: Das vergangene Bremen, 1961
 Stelle:
54-59
Lit.-Kurztitel:
Hoffmann, Hans-Christoph: Der Bremer Markt. Kulturelles Erbe im Gestalt- und Bedeutungswandel =
Stadt 30 (1983) 4
 Stelle:
14-16
Lit.-Kurztitel:
Goergens, Harald und Alfred Löhr: Bilder für Alle. Bremer Photographie im 19. Jahrhundert, Bremen 1986
 Stelle:
Abb. 5 (Am Markt 1-12, um 1895 von Louis Koch); Abb. 77 (Anonym, um 1859); Abb. 83 (Am Markt 18-15, um 1861 von Theodor Schütz)
Lit.-Kurztitel:
Architektur in Bremen und Bremerhaven, 1988
 Stelle:
Nr.1
Lit.-Kurztitel:
Kirsch, Rolf: Die Ringhallen-Projekte von Jacob Ephraim Polzin und Heinrich Averdieck für den Bremer Marktplatz =
Klassizismus in Bremen, 1993/94
 Stelle:
66-72
Lit.-Kurztitel:
Lindemuth, Frank: Stadtmarketing mit Licht. Die neugestaltete Beleuchtung für den Marktplatz in Bremen =
LICHT 55 (2003) 9
 Stelle:
766-767
Lit.-Kurztitel:
Roller, Christian Nikolaus: Versuch einer Geschichte der kaiserlichen und reichsfreyen Stadt Bremen, Bremen 1799
 Stelle:
233-234
Lit.-Kurztitel:
Buchenau, Franz: Die Freie Hansestadt Bremen und ihr Gebiet, Bremen 1900 (3. Aufl.)
 Stelle:
148-150
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen