Sie sind hier:
  • Wohnhaus

Wohnhaus

OBJ-Dok-nr.: 00000271





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Ostertor
Straße:
Contrescarpe 17
Denkmaltyp:
Wohnhaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Contrescarpe 17, Wohnhaus, um 1850, Umbau 1872 von Henrich Bredehorst, Umbau und Aufstockung 1895 von Albert Diedrich Dunkel (1973) (siehe Denkmalgruppe Contrescarpe 8-15,...)
Kurzbeschreibung:
Die Contrescarpe zwischen Kohlhökerstraße und Hohenpfad vereinigt beispielhaft die unterschiedlichen Facetten großbürgerlicher Wohnkultur in Bremen im 19. Jahrhundert.
Das äußere Ufer des Festungsgrabens, die Contrescarpe, bot schon frühzeitig nach Schleifung der Wälle wohlhabenden Kaufleuten Anreiz, die Wohnung vom Kontor zu trennen und nur pro forma den Wohnsitz in der Altstadt zu behalten. Bereits 1803 baute Bremens berühmter Bürgermeister, Johann Smidt, an der Contrescarpe seinen Wohnsitz (ehemals Nr. 25, kriegszerstört). Bis in die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde die Contrescarpe zunehmend mit freistehenden Einfamilienhäusern bebaut. Aus dieser Zeit hat sich mit Haus Nr. 22 bis heute das ehemalige Sommerhaus des Kaufmanns Stephan Lürmann aus dem Jahre 1822 erhalten, wenn auch im Umbau von 1866. Die meisten dieser Sommerhäuser wurden ab 1849, nach Aufhebung der Torsperre und der staatsrechtlichen Gleichstellung der Vorstadtbürger, als der Baugrund an der Contrescarpe eine ernorme Aufwertung erfuhr, verdrängt von Reihenhäusern oder dicht gestaffelten Walmdachhäusern für das gehobene Bürgertum.
Frühe Beispiele sind die freistehenden oder als Doppelhaus zusammengefassten Häuser Contrescarpe 17-19, die bereits um 1850 entstanden sind, jedoch kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert im beim Großbürgertum beliebten Stil der Neorenaissance überformt worden sind. In den Jahren 1852-1853 sind die Reihenhäuser Contrescarpe 27, 29-30, 33-36 und Kohlhökerstraße 38 erbaut worden. Sie sind mit ihren verhalten klassizistischen Fassaden zeittypische Vertreter des Reihenhauses ("Bremer Hauses") für eine begüterte Klientel. War der vorhandene Baubestand in den fünfziger und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts nur verdichtet worden, so kommt es um 1870 (Hausnrn. 9-15) und 1894 (Nr. 8a-8d) auch zu der Verdrängung bereits bestehender Vorstadtbebauung zwischen Meinkenstraße und Hohenpfad.
Baugeschichte:
Errichtet um 1850: zwei jeweils 3-achsige Gebäude (Bremer Häuser); Eigentümer 1860, Nr. 16 (ehemals 12): Herr H.H. Sengstak, Rentner, Nr. 17 (ehemals 13): Herr Senator Dr. jur. Stephan August Lürmann
1872: Eigentümer H. Upmann
1895: Aufstockung des 2. OG, Umbau des Inneren und einheitliche Neugestaltung der Fassade durch Albert Diedrich Dunkel für Johann Heinrich Gildemeister (Teilhaber W.A. Fritze & Co.)
1930: Umbau zum Bürohaus (Kleinhandelskammer) für den Eigentümer Kfm. Karl Adolph Eschholz
Epoche:
Historismus
Stil:
Neorenaissance
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
um 1850
Art Dat.:
Umbau
 Num.-Dat.:
1930
Art Dat.:
Umbau & Aufstockung
 Num.-Dat.:
1895
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Dunkel, Albert Diedrich
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1895
 Kommentar:
1895
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Bredehorst, Henrich
 Funktion:
Architekt
 Kommentar:
1872
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Gildemeister, Johann Heinrich
 Funktion:
Kaufmann
 Geltungsdauer:
1895
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Eschholz, Karl Adolph
 Funktion:
Kaufmann
 Geltungsdauer:
1930
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Upmann, H.
 Geltungsdauer:
1872
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen