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Wohnhaus

OBJ-Dok-nr.: 00000273





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Ostertor
Straße:
Contrescarpe 19
Denkmaltyp:
Wohnhaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Contrescarpe 19, Wohnhaus, um 1845, Umbau 1913 von Hermann Schaedtler (1973) (siehe Denkmalgruppe Contrescarpe 8-15,...)
Kurzbeschreibung:
Die Contrescarpe zwischen Kohlhökerstraße und Hohenpfad vereinigt beispielhaft die unterschiedlichen Facetten großbürgerlicher Wohnkultur in Bremen im 19. Jahrhundert.
Das äußere Ufer des Festungsgrabens, die Contrescarpe, bot schon frühzeitig nach Schleifung der Wälle wohlhabenden Kaufleuten Anreiz, die Wohnung vom Kontor zu trennen und nur pro forma den Wohnsitz in der Altstadt zu behalten. Bereits 1803 baute Bremens berühmter Bürgermeister, Johann Smidt, an der Contrescarpe seinen Wohnsitz (ehemals Nr. 25, kriegszerstört). Bis in die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde die Contrescarpe zunehmend mit freistehenden Einfamilienhäusern bebaut. Aus dieser Zeit hat sich mit Haus Nr. 22 bis heute das ehemalige Sommerhaus des Kaufmanns Stephan Lürmann aus dem Jahre 1822 erhalten, wenn auch im Umbau von 1866. Die meisten dieser Sommerhäuser wurden ab 1849, nach Aufhebung der Torsperre und der staatsrechtlichen Gleichstellung der Vorstadtbürger, als der Baugrund an der Contrescarpe eine ernorme Aufwertung erfuhr, verdrängt von Reihenhäusern oder dicht gestaffelten Walmdachhäusern für das gehobene Bürgertum.
Frühe Beispiele sind die freistehenden oder als Doppelhaus zusammengefassten Häuser Contrescarpe 17-19, die bereits um 1850 entstanden sind, jedoch kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert im beim Großbürgertum beliebten Stil der Neorenaissance überformt worden sind. In den Jahren 1852-1853 sind die Reihenhäuser Contrescarpe 27, 29-30, 33-36 und Kohlhökerstraße 38 erbaut worden. Sie sind mit ihren verhalten klassizistischen Fassaden zeittypische Vertreter des Reihenhauses ("Bremer Hauses") für eine begüterte Klientel. War der vorhandene Baubestand in den fünfziger und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts nur verdichtet worden, so kommt es um 1870 (Hausnrn. 9-15) und 1894 (Nr. 8a-8d) auch zu der Verdrängung bereits bestehender Vorstadtbebauung zwischen Meinkenstraße und Hohenpfad.
Baugeschichte:
1845 um: Errichtung des Wohnhauses für Heinr. Christ. Stockmeyer, Particulier (Privatmann); seit 1845 ist die Hausnr. 15 gültig (lt. Adressbuch)
1861-1883: Wohnsitz des Kaufmanns Emil Traub; in dieser Zeit Umnummerierung zu Hausnr. 19
1884: Wohnsitz von Elise Dammeier
1885: unbewohnt
1886: Wohnsitz der Familie Paul Isenberg
1934: Umbau zu einem Mietshaus
1948: "Amerikahaus" des U.S. Information Center Bremen
seit 1955: Nutzung als französisches Kulturinstitut, Centre d'etudes francaises (heute Institut Francais)
Epoche:
Historismus & Jahrhundertwende
Stil:
Neobarock
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
um 1845
Art Dat.:
Umbau
 Num.-Dat.:
1913
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Schaedtler, Hermann
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1913
 Kommentar:
Aufstockung, neue Fassade und ovaler Musiksaalanbau
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Blendermann, Otto
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1934
 Kommentar:
Umbau zu einem Mietshaus
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen