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Wohnhaus

OBJ-Dok-nr.: 00000784





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Ostertor
Straße:
Kreuzstraße 68
Denkmaltyp:
Wohnhaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Kreuzstraße 68, Wohnhaus, um 1860 (1973) (siehe Denkmalgruppe Kreuzstraße 20-110)
Kurzbeschreibung:
Zwischen 1865 und 1885 wurde die Gegend am heutigen Osterdeich zur exklusiven Wohnlage. Nach der Einebnung der alten Deiche und dem Bau des näher an die Weser heran geschobenen Osterdeichs zwischen 1855 und 1862 entstanden hier inmitten großzügig angelegter Gärten großbürgerliche Villen mit Blick auf den Fluss. Waren 1850 noch vornehmlich Handwerker, Wäscherinnen und Zigarrenmacher an dem ehemals "Punkendeich" genannten Teilstück des Osterdeichs zwischen Deichstraße und Dobbengraben ansässig, änderte sich die Sozialstruktur bis 1880 erheblich: Wohlhabende Kaufleute und höhere Beamte bewohnten die anstelle einfacher Behausungen oder auf neu geschaffenem Baugrund errichteten Häuser.
Auch die Bewohner des Paulsbergviertels zwischen dem Osterdeich und dem Ostertorsteinweg waren von diesen Veränderungen betroffen. In bereits dicht bebauten Straßenzügen wurden die Bewohner von der bürgerlichen Mittelschicht verdrängt, für die die Nähe zum großbürgerlich bewohnten Osterdeich attraktiv war. Die parallel zum Osterdeich verlaufende Kreuzstraße war erst 1854 in ihrer heutigen Länge per Senatsverordnung aus Teilabschnitten der älteren Straßen Paulsberg (zw. Oberweserstraße und Weberstraße), In der Runken (zw. Weberstraße und Sielpfad) und dem 1841 angelegten und dort auch Kreuzstraße benannten Stück zwischen Sielpfad und Sielwall entstanden. 1858 befanden sich in der Kreuzstraße bereits etwa 100 Häuser. Diese Häuser einfacher Leute, hier in der Mehrzahl Zigarrenmacher (Die Zigarrenfabrikation befand sich in Haus Nr. 33/35, ehem. Nr. 65), verbildlichen noch heute das Haus Kreuzstraße 69 und die Reihenhäuser Kreuzstraße 70/88. Es sind einfache, eingeschossige Vorstadt-Reihenhäuser der Zeit um 1850, von denen die Nrn. 69, 80/88 annähernd die ursprüngliche Gestalt bewahrt haben. Aber schon um 1860 wird nach Aufhebung der Torsperre und der staatsrechtlichen Gleichstellung der Vorstadtbürger auch die Kreuzstraße für das bürgerliche Milieu attraktiv. Es entstehen mit dem stattlichen Eckhaus zur Weberstraße und den sechs paarweise zusammengefassten und durch einen Durchgang getrennten Häusern Kreuzstraße 58/68 zweigeschossige Wohnhäuser mit einfachen klassizistischen Fassaden. Auch die gegenüberliegenden Nrn. 33/35 und 41, die beide mit Hofdurchfahrten rückwärtige Gewerbehöfe erschlossen, entstammen dieser Zeit.
Eine Verdrängung der ansässigen Bevölkerung findet aber erst zwischen 1865 und 1875 statt. In diesen Zeitraum fällt die Anlage der Reederstraße, wobei es auch zu einer Neubebauung der Kreuzstraße zwischen Oberweserstraße und Weberstraße mit den Hausgruppen Nr. 20/38 und 21/31 (beide um 1870) kommt. Gruppen von Reihenhäusern entstehen auch Kreuzstraße 87/105 (um 1865), Kreuzstraße 55/63 und Kreuzstraße 77/81 (beide um 1875). Die Reihenhäuser entsprechen alle dem zweigeschossigen und dreiachsigen Bautyp des "Bremer Hauses" mit Souterrain. Jedoch sind die klassizistischen Fassaden der Häuser, abhängig von der wirtschaftlichen Konjunktur und der Käuferschicht, in der Zeit um 1875 deutlich aufwändiger dekoriert. Den Abschluss der Bebauung der Kreuzstraße bildete kurz vor der Jahrhundertwende die Reihenhausgruppe Kreuzstraße 104/110. Sie entstand anstelle einer Kinderbewahranstalt, die dort seit 1858 bestanden hatte. Ihre Fassaden zeigen den zeittypisch modernen Wechsel zwischen Sichtmauerwerk (Verblender) und Stuckgliederungen. Eine Besonderheit sind die historistischen Ausmalungen der Bogenfelder, die am Haus Nr. 104 authentisch erhalten sind.
Epoche:
Historismus
Stil:
Klassizismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
um 1860
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen