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Friedhofskapelle

OBJ-Dok-nr.: 00000969,T002





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Ost
Stadtteil:
Osterholz
Ortsteil:
Ellener Feld
Straße:
Osterholzer Heerstraße 32 & 34
Steinmetzenweg & Ludwig-Roselius-Allee
Denkmaltyp:
Friedhofskapelle & Wandelgang & Torgebäude
Kurzbeschreibung:
Die Hochbauten bestehen aus einer Kapelle, zwei daran anschließende, das große zentrale Bassin rahmende Wandelbahnen mit Urnenhallen und die Eingangsbauten, die einen Hof umschließen. Alle Baulichkeiten sind grundsätzlich quergelagert, um sich dem Gepräge der Landschaft besser einzufügen, mit Ausnahme der Kapelle, die als Wahrzeichen und Richtungsmal mit Absicht eine vertikale Betonung erhalten hat.
Die Kapelle liegt im Knickpunkt der Hauptallee auf einer Landzunge inmitten eines großen Wasserbeckens. Sie ist ein kreisförmiger Kuppelbau mit Vorbau und rückwärtig angeschlossenen Nebenräumen, ausreichend für etwa 500 Personen. Im Inneren der Kapelle wird ein ringförmiger, flachgedeckter und von dorischen Säulen getragener Umgang von dem durch ein Kuppelgewölbe überwölbten Mittelteil unterschieden. Die zweischalige Kuppelkonstruktion aus Eisenbeton (Innen) und Eisen (Außen) ist mit grauen Biberschwänzen gedeckt. Die Verbindung von Kuppelbau und Portikus erinnert an das Pantheon in Rom, in der vertikalen Präsenz an Bauten Andrea Palladios. Die eigenwillige Krümmung der Kuppel selbst, die im Ausführungsentwurf deutlich steiler geworden ist, scheint vorbildlos und verleiht dem Gebäude, verbunden mit der großartigen städtebaulichen Einbindung der Kapelle auf dem gesamten Friedhof, eine schon methaphysische Würde.
In der Kapelle befinden sich an Nebenräumen die Eingangshalle, darüber eine Orgelempore, die Sakristei, ein Kranzraum, die Leichenhalle und, dem Eingang gegenüber, ein Durchgangsraum, der in einen offenen von niedrigen Arkaden umgebenen Ehrenhof mündet. Für die Innenraumfassung und die Glasfenster lieferte der Berliner Maler Prof. Kutschmann die Entwürfe. Ausgeführt wurden die Glasfenster vom Bremer Glasmaler Georg Rohde, die Ausmalung der Kapelle lag bei Dekorationsmaler Bollhagen. Ursprünglich war das Innere der Kapelle in einem apfelgrünen Wandton gehalten, von dem sich die Architekturteile bräunlich-gelb abhoben. Die Kuppel war schwarz mit vergoldeten Sternen, der Fußboden besteht aus gemustertem Terrazzo.
Die Eingangsbauten sind an der Südwestecke des Friedhofs an der Osterholzer Heerstraße errichtet worden. Im Hinblick auf die (ursprüngliche) Umgebung erhielten sie ein ländliches Gepräge der Zeit vor 1800. Sie liegen von der Straße zurückversetzt und so gruppiert, dass ein Halteplatz für Wagen entstanden ist. Mit ihren einfachen Schweifgiebeln rahmen sie das Haupttor und fassen und mit den Längsseiten den gepflasterten Vorhof zusammen. Die eingeschossigen und ziegelsichtigen (Oldenburger Handstrichklinker), symmetrisch zur Hauptachse verlaufenden Eingangsbauten dienten ursprünglich als Wohnhaus des Friedhofaufsehers und als Werkstätten. Ihnen sind an der Hofseite offene Bogengänge vorgelagert. Für die Dächer wurden wie bei der Kapelle geschmauchte Pfannen verwendet.
Stil:
Neoklassizismus & Reformstil
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Seeck, Franz
 Funktion:
Architekt
Sozietät:
Ausführung
 Sozietät Name:
Paul Kossel und Cie
 Sozietät Funktion:
Bauunternehmen
 Sozietät Komm.:
Betonkonstruktion der Kuppel
Lit.-Kurztitel:
Aschenbeck, Nils: Häuser, Türme und Schiffe gebaut aus Beton, Delmenhorst/Berlin 2003
 Stelle:
80-81
Lit.-Kurztitel:
Kirsch, Rolf: Die Restaurierung der Osterholzer Friedhofskapelle =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 4, Bremen 2007
 Stelle:
71-75
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen