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Wohnhaus

OBJ-Dok-nr.: 00001090





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Ostertor
Straße:
Rutenstraße 24
Charlottenstraße
Denkmaltyp:
Wohnhaus
Eintragung:
1976
Listentext:
Rutenstraße 24/Charlottenstraße, Wohnhaus, 1853 von Gerhard Tölcken (1976) (siehe Denkmalgruppe Rutenstraße 1-12,...)
Kurzbeschreibung:
Die Rutenstraße ist die erste Straße von zahlreichen weiteren Straßenzügen (Mathilden- Bessel- und Herderstraße), die der als Bauspekulant erfolgreiche Lüder Rutenberg in Bremen erbaute und gehört zu den ersten Bauunternehmer-Straßen überhaupt, die nach Aufhebung der Torsperre 1849 zahlreich auf den Gemüseäckern und Sommerhausgärten der Bremer Vorstadt entstanden.
Rutenberg, dessen elterliches Wohnhaus sich in der Kohlhökerstaße gegenüber der neu anzulegenden Straße befand, hatte durch Ankauf und Grundstückstausch Bauland bis zur Höhe des Landwegs erworben und begann 1851 mit der Bebauung der Westseite der Rutenstraße. Die Grundstücke auf der Ostseite der Rutenstraße erwarb Lüder Rutenbergs Bruder Georg, ebenfalls ein Bauunternehmer. Dort entstanden die Häuser bis 1858 nach Entwürfen von Lüder Rutenberg oder von Gerhard Tölcken. Die Durchlegung der Rutenstraße bis zum Hohenpfad mit einer nur einseitigen Bebauung war erst nach einem Grundstücksgeschäft mit dem Bauunternehmer Mende möglich. Die Gruppe prächtiger Reihenhäuser auf diesem Teilstück (Rutenstraße 9-12) im Stil der Neorenaissance entstand erst gegen 1895 zusammen mit der Bebauung Contrescarpe 8-8c anstelle des Einfamilienhauses Contrescarpe 8, das einen großem Garten entlang der Rutenstraße besessen hatte.
Die Eingabezeichnung Rutenbergs 1851 sah bereits einen Wechsel zwischen verschiedenen Haustypen vor. Rutenberg verfolgte die Absicht, Einförmigkeit der Gesamterscheinung zu vermeiden und gleichzeitig die unterschiedliche Finanzkraft und besonderen Vorlieben seiner bürgerlichen Käuferschicht zu berücksichtigen. Rutenberg entwarf dreiachsige Einzel- und Doppelhäuser mit Mitteleingang, wie sie seit den dreißiger Jahren in der Bremer Vorstadt üblich geworden waren und aus damaliger Sicht moderne Reihenhäuser mit drei oder auch vier Achsen, die schon alle prägenden Merkmale des "Bremer Hauses" aufweisen, wie die Ausbildung eines Souterrains, den seitlichen Eingang und die Eingangstreppe zum Hauptgeschoß. Während die zuerst entstandenen Häuser Nr. 1-8 dem gekrümmten Verlauf der Rutenstraße folgen, sind die gegenüberliegenden Häuser gestaffelt. Stilistisch herrschen die konservativ-vornehmen klassizistischen Fassaden vor, vereinzelt gibt es auch romantisierende Motive. Die Verarbeitung verschiedener Haustypen und der Verzicht auf eine geschlossene Bauflucht auf der Ostseite haben ein malerisches Gebäudeensemble entstehen lassen, das bis heute seinen Reiz bewahrt hat.
Epoche:
Klassizismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1853
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Tölcken, Gerhard
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen