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Allianz-Haus

OBJ-Dok-nr.: 00001149





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Mitte
Stadtteil:
Mitte
Ortsteil:
Altstadt
Straße:
Sögestraße 59 & 61
Herdentorswallstraße 28
Am Wall
Denkmaltyp:
Geschäftshaus
Eintragung:
1994
Listentext:
Sögestraße 59/61, Allianz-Haus, 1951 von Heinz Logemann (1994)
Herdentorswallstraße 28
Am Wall
Kurzbeschreibung:
Das markante, turmartige sechsstöckige Büro- und Geschäftshaus mit hohem Walmdach entstand 1951 in städtebaulich äußerst prägnanter Lage auf leicht trapezförmigem Grundriss nach Entwürfen des Bremer Architekten Heinz Logemann für die Allianz-Versicherung AG, München. Weitere bedeutende Bauten Logemanns in Bremen und Umgebung sind die Dankeskirche in Osterholz (1938) und das durch den sog. "Giebelstreit" berühmt gewordene Ronning-Haus in der Sögestraße (1949 - 1950).
Der Architekt gestaltete den Bau wirkungsvoll als Eingang zur Innenstand am Standort des ehemaligen Herdentores an der tiefsten Stelle der Wallbebauung. Durch das "Mezzaningeschoß" und das Walmdach, durch das gleichartige Material der Fassadenverkleidung und durch seine ähnliche Kubatur nimmt das Allianzhaus erkennbar Bezug zu dem schräg gegenüber an der Ecke Sögestraße/Knochenhauerstraße gelegenen, 1910/11 von Behrens und Neumark errichteten ehem. Seidenhaus Koopmann. Dieser imposante Bau hatte den Zweiten Weltkrieg als eines von wenigen Gebäuden der engeren Umgebung des Allianzhauses weitgehend unversehrt überstanden.
Der mit hellgrauen Muschelkalkplatten verkleidete Eisenbetonskelettbau ist ein markanter Vertreter einer gerade für die Bremer Nachkriegsarchitektur allgemein und speziell für die Wallbebauung charakteristischen Richtung, die sich am besten mit dem scheinbar paradoxen Begriff "konservative Moderne" beschreiben lässt. Sie darf jedoch nicht vorschnell als schlicht rückständig bezeichnet werden, sondern muss als Versuch einer bewusst angestrebten gestalterischen Kontinuität gewertet werden. Sowohl die massig-repräsentative Gesamterscheinung als auch zahlreiche Details sind direkte Anspielungen auf den kriegszerstörten Vorgängerbau, das 1880 von Heinrich Müller im Stil italienischer Renaissancepalazzi erbaute ehem. Logenhaus "Friedrich-Wilhelm-zur-Eintracht".
Durch Umbauten in den Jahren 1975 und 1986 wurden das Ladengeschoß und das Innere zwar deutlich verändert, doch wandelte sich das Äußere nur unwesentlich. Während das überaus zeittypische, linear abstrahierte Zugvogel-Sgraffito von Felix Uhlig, Bremen, an der Decke des Arkadengangs, das nach den Modifikationen des Jahres 1975 zeitweise durch eine abgehängte Aluminium-Decke verkleidet war, heute wieder sichtbar ist, sind anderseits auch gestalterische Einbußen zu verzeichnen: So fehlen inzwischen die originalen, repräsentativen schweren, zylindrischen Wandleuchten zwischen den Fenstern des Zwischengeschosses und die in Typographie und Anordnung hervorragend in die Fassade hineinkomponierte bauzeitliche Werbebeschriftung. Die Fenster sind zwar in den letzten Jahren erneuert worden, doch wurde die Sprossengliederung der Obergeschoßfenster beibehalten.
Epoche:
Nachkrieg
Stil:
Konservativ 50er
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1951
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Logemann, Heinz
 Funktion:
Architekt
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Uhlig, Felix
 Funktion:
Architekt & Kunstmaler
 Kommentar:
"Am Himmel ziehende Schwäne" am Deckenspiegel des Laubengangs
Sozietät:
Bauherr
 Sozietät Name:
Allianz-Versicherung AG
Lit.-Kurztitel:
Architektur in Bremen und Bremerhaven, 1988
 Stelle:
Nr. 15
Lit.-Kurztitel:
Flugdächer und Weserziegel, 1990
 Stelle:
176-177
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
356; Abb. XI h 37
Lit.-Kurztitel:
Conradis, Heinz: Die Geschäftsstadt im Wiederaufbau =
Bremer Adressbuch 1952
 Stelle:
27
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1950-1979, 2014
 Stelle:
104
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen