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Schloß Schönebeck & Vegesacker Heimatmuseum

OBJ-Dok-nr.: 00001173





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Nord
Stadtteil:
Vegesack
Ortsteil:
Schönebeck
Straße:
Im Dorfe 3 & 5
Denkmaltyp:
Herrenhaus & Verwalterhaus
Eintragung:
1973
Listentext:
Im Dorfe 3/5, Schloß Schönebeck mit Administratorenhaus und Schloßgraben (1973)
Einzeldenkmale siehe: Im Dorfe 3; 5
Kurzbeschreibung:
Das gut erhaltene Schloss Schönebeck, landschaftlich schön gelegen im Tal der Schönebecker Aue in der sogenannten "Bremer Schweiz", ist neben Haus Blomendal in Blumenthal der einzige Adelssitz des bremischen Landesgebietes und hat sehr hohen regionalgeschichtlichen und lokalen baugeschichtlichen Rang. Das stattliche Bauwerk ist in Bremen ohne Parallele und gehört zu den wertvollsten profanen Baudenkmälern des Bundeslandes überhaupt. Das Schloss befindet sich heute im Besitz der Stadt Bremen und beherbergt das ortsgeschichtlich orientierte Museum Schloss Schönebeck, das von dem 1911 gegründeten "Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung" betrieben wird.
Schönebeck war seit Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz der stiftsbremischen Ritter von Oumünde. Das heutige Schloss wurde auf der alten, von Graften umzogenen Burginsel wahrscheinlich um die Mitte des 17. Jahrhunderts von Franz Wilken von Schönebeck erbaut, der 1661 verstarb. 1682 wurde die Herrschaft Schönebeck von dem westfälischen Obristen Friedrich von der Borch erworben, der wohl 1686 lediglich die unter Durchfeuchtungsproblemen leidende Südfront des Gebäudes - vielleicht aber auch das ganze Bauwerk - ein erstes Mal erneuern ließ, und zwar zunächst als Fachwerkkonstruktion mit Backsteinausfachung.
Schloss Schönebeck ist ein imposanter, über einem hohen, massiv überwölbtem Kellergeschoß zweigeschossiger barocker Fachwerkbau mit ausgemauerten Gefachen und einem mächtigen, pfannengedeckten Mansarddach. Das Bauwerk bezieht seine Wirkung vor allem aus seiner beträchtlichen Größe und seinen schönen Proportionen, zum Teil auch aus seiner freien, schönen Lage in der Landschaft.
Ein schwach vortretender dreiachsiger Mittelrisalit mit vorgelegter Freitreppe belebt die siebenachsige, nach Norden gelegene Eingangsfront. Die Fenster des Risalits heben sich durch ihre Stichbogenstürze von den übrigen, gerade geschnittenen Fenstern ab. Die Freitreppe zeigt an ihrer Wange ein in Sandstein gehauenes Allianzwappen eines von der Borch und seiner Gemahlin aus bislang nicht zu ermittelnder Familie.
Die südliche Langfront wurde, wie eine Inschrift lehrt, 1705 von Obrist Friedrich von der Borch massiv in Backstein unter Verwendung von Sandsteinwerkstücken erneuert, nachdem das ursprüngliche Holzfachwerk verfault war: "Ich Friedrich von der Borch Oberst zu Fuß, habe diese Anno MDCLXXXVI von Holtz und Stein erbaute und nachdem wegen Verfaulung des Holtzes dem Fall dreuende Seite abgenommen, das Fundament befestiget und mit einer Brandt-Mauer verwechselt: Anno MDCCV." Die "Brandmauer" war in Wirklichkeit im Vergleich zu den übrigen Fronten eher eine Prunkfassade. Sie weist eine Gliederung aus breiten gemauerten Kolossalpilastern auf. Die Obergeschoßfenster zeigen gestufte Quaderbögen mit stark akzentuierten Schlusssteinen, die zugleich als Konsolen des Hauptgesimses dienen. Bei der Erneuerung der Südfront wurden rückwärtig ein Halbgeschoß sowie eine seitliche Treppen- und Abortauslucht hinzugefügt.
Das Innere des Schlosses wird stark bestimmt durch die Haupträume: die große Erdgeschoßhalle sowie Halle und Saal im Obergeschoß. 1967 wurde eine unter Verwendung von barocken Fragmenten anderer Herkunft gestaltete neue repräsentative Haupttreppe aus Holz eingebaut. 1972 wurde Schloss Schönebeck nach erfolgter Generalinstandsetzung seiner neuen Nutzung als Heimatmuseum übergeben. 2002-2005 wurde eine umfangreiche, sorgsame und denkmalgerechte Instandsetzung des Schlosses vorgenommen.
Zum Schloss gehört ein Verwalterhaus aus dem 18. Jahrhundert, ein geräumiges eingeschossiges Fachwerkgebäude mit hohem Krüppelwalmdach.
Epoche:
Barock u. Rokoko
Stil:
Barock & Klassizismus
Lit.-Kurztitel:
Stein, Rudolf: Bremer Barock und Rokoko, 1960
 Stelle:
343-347
Lit.-Kurztitel:
Stein, Rudolf: Dorfkirchen und Bauernhäuser im Bremer Lande, 1967
 Stelle:
352-356
Lit.-Kurztitel:
Architektur in Bremen und Bremerhaven, 1988
 Stelle:
Nr. 149
Lit.-Kurztitel:
Gnettner, Horst: Ein Beitrag der Geschichte des Hauses Schönebeck und seiner Besitzer =
Lebensraum Bremen-Nord (Jahrbuch der Wittheit, Bd. 31), Bremen 1989
 Stelle:
367-398
Lit.-Kurztitel:
Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
 Stelle:
59
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen

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