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Kalkofen

OBJ-Dok-nr.: 00001586





Stadt:
Bremerhaven
Bezirk:
Nord
Stadtteil:
Lehe
Ortsteil:
Twischkamp
Straße:
Bütteler Straße 6
Denkmaltyp:
Kalkofen
Eintragung:
1976
Listentext:
Bütteler Straße 6, Kalkofen, 1850 (1976)
Kurzbeschreibung:
Bei dem Kalkofen handelt es sich um eine der ganz wenigen, noch in Deutschland erhaltenen technischen Einrichtungen dieser Art. Er wurde 1850 errichtet und blieb bis 1870 in Betrieb. Der 11,60 m hohe, in Flaschenform über einem kreisförmigen Grundriss (Durchmesser 6 m) aus Ziegeln mit einer Wandstärke von etwa 0,5 m errichtete Ofen diente zum Brand von Kalk. Kalkmehl wurde zum Düngen der Felder, besonders aber auch für den Hausbau in Norddeutschland nachweislich schon seit dem frühen 17. Jahrhundert erzeugt. Im Unterschied zu den Kalköfen im Binnenland, die in der Nähe von Kalksteinbrüchen entstanden waren, wurden die Kalköfen an der Küste von den Küstenbewohnern mit Schalen der verschiedensten Meerestiere beliefert, die sie in den Sommermonaten auf sogenannten Schillenfahrten einholten. Allein in Lehe gab es neben dem im Leher Büttel, der der Überlieferung nach der stattlichste war, noch drei weitere Brennöfen. Die große Anzahl an Brennöfen lässt sich dadurch erklären, dass Lehe nach verheerenden Bränden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und dass das benachbarte bremische Bremerhaven aufgrund der zügigen wirtschaftlichen Entwicklung nach der Stadtgründung 1827 einen großen Bedarf an Baumaterial hatten.
Durch die Etablierung des Portland-Zements in Deutschland seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor der Kalkbrand seine Bedeutung für das Baugewerbe. Nach einer Erhebung aus dem Jahre 1885 gab es im Gebiet des Stader Bezirks damals immerhin noch 17 Kalköfen, jedoch darunter bereits eine Anzahl stillgelegter Öfen, die nach und nach verfielen und aus Sicherheitsgründen abgerissen werden mussten.
Der Kalkofen im Leher Büttel ist ein technisches Denkmal mit großem Seltenheitswert in der Kulturlandschaft Norddeutschlands. Bereits 1939 würdigte das Inventar der Kunstdenkmale der Provinz Hannover den Kalkofen im Leher Büttel als Denkmal einer vorindustriellen Epoche mit einer Abbildung.
Epoche:
Klassizismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1850
Lit.-Kurztitel:
Schröder, Hermann: Geschichte der Stadt Lehe, Wesermünde-Lehe 1927
 Stelle:
Abb. nach S. 536
Lit.-Kurztitel:
Die Kunstdenkmale der Provinz Hannover, Band 25, Hannover 1939
 Stelle:
130, Abb. Taf. 55b
Lit.-Kurztitel:
Cordes, Johann Jacob: Der alte Kalkofen im Leher Büttel =
Niederdeutsches Heimatblatt Nr. 217 (1968)
 Stelle:
1-2
Lit.-Kurztitel:
Brönner, Wolfgang: Bremerhaven. Baudenkmäler einer Hafenstadt, Bremen 1976
 Stelle:
25
Lit.-Kurztitel:
Hoffmann, Hans-Christoph: Die Denkmalpflege in der Freien Hansestadt Bremen 1971 bis 1977 =
Bremisches Jahrbuch 56 (1978)
 Stelle:
289-290
Lit.-Kurztitel:
Kieker, Oskar und Erich von Lehe: Die Kunstdenkmale des Kreises Wesermünde I. Der frühere Kreis Lehe, (Neudruck) Osnabrück 1980
 Stelle:
130, Abb. 55
Lit.-Kurztitel:
Hoffmann, Hans-Christoph: Die Denkmalpflege in der Freien Hansestadt Bremen 1980 bis 1981 =
Bremisches Jahrbuch 60/61 (1982/83)
 Stelle:
266
Lit.-Kurztitel:
Gabcke, Harry u.a.: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten, Bd. I, Bremerhaven 1989
 Stelle:
63
Lit.-Kurztitel:
Kirschstein, Werner (Red.): Seestadt Bremerhaven. Historische Bauwerke einer Hafenstadt, Bremerhaven 2001
 Stelle:
65
Lit.-Kurztitel:
Bickelmann, Hartmut: Vom Ziegel zum Kalksandstein =
Heimat Nordseeküste 66 (2014)
 Stelle:
31-39
Lit.-Kurztitel:
Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
 Stelle:
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Rechteinformation:
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