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Getreideverkehrsanlage

OBJ-Dok-nr.: 00001748





Stadt:
Bremen
Bezirk:
West
Stadtteil:
Walle
Ortsteil:
Überseestadt
Straße:
Getreidestraße o.Nr.
Denkmaltyp:
Speicher & Verwaltungsgebäude & Maschinenhaus
Eintragung:
2006
Listentext:
Getreidestraße, Getreideverkehrsanlage, 1914-1916 und 1926-1929, Umbau, 1947-1950 von Säume & Hafemann
Einzeldenkmale siehe: Getreidestraße: Silo I; Silo II; Verwaltungsgebäude
Bestandteile der Gesamtanlage:
- Maschinenhaus II, 1914-1916
- Pier A, 1947-1950 von Säume & Hafemann
Kurzbeschreibung:
Die ab 1914 in mehreren Phasen am Hafen III (= Holz- und Fabrikenhafen) entstandene Getreideverkehrsanlage ist die wichtigste Landmarke im Hafengebiet, dominanter noch als der Speicher XI oder der Turm der Rolandmühle. Sie ist ein Sinnbild für die Bedeutung des Umschlags in den bremischen Hafenrevieren vergangener Tage und speziell für die einstmals starke Stellung Bremens im deutschen Übersee-Getreideimport. Zudem ist sie nach dem Untergang der Werft "AG Weser" ein wichtiges Identifikationsobjekt des Stadtteils Gröpelingen, dessen Topographie durch die Nähe zum Hafen geprägt ist. Als technisches Bauwerk galt die Getreideverkehrsanlage in der Vielfalt ihrer Umschlagsmöglichkeiten in ihrer Entstehungszeit als einzigartig und erreichte nach mehreren Um- und Erweiterungsbauten in den 50er Jahren das Ansehen als modernste Getreideumschlagsanlage Europas.
1911 begannen die Planungen für einen großen, öffentlich betriebenen Getreidespeicher für den Umschlag des stark gestiegenes Imports von Futtergetreide aus dem Donaumündungsgebiet für die Viehmast in Norddeutschland, der 1913 entworfen und 1914 begonnen werden konnte. 1916 folgte bereits eine weitgehende, 1919 schließlich die völlige Inbetriebnahme der neuen Anlage durch die Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG). An zwei in das Wendebecken vorstoßenden, mit Bahngleisen und Förderbändern bestückten, überdachten Piers konnten bis zu vier Seeschiffe gleichzeitig anlegen, wo sie mittels stationärer Saugheber entladen wurden. Eine für den Eisenbahnhafen Bremen charakteristische Besonderheit war die starke Ausrichtung auf die Eisenbahnverladung. Eine der hauseigenen Elektro-Rangierloks der Gründungsphase, von der BLG zwischenzeitlich von Oberleitungs- auf Batteriebetrieb umgerüstet, existiert bis heute.
Baugeschichte:
1914-1916/19: Errichtung von Silo I mit zwei in das Wendebecken vorstoßenden, mit Bahngleisen und Förderbändern bestückten, überdachten Piers
1926-1929: Errichtung von Silo II
1947-1950: Instandsetzung und Modernisierung durch die Bremer Architekten Säume & Hafemann; Neubau des im Krieg zerstörten Piers A, Umbau von Silo I
1957-58 wurde eine Reihe von sechs hintereinandergeschalteten, niedrigen, kostengünstig zu errichtenden Satteldachlagerschuppen erbaut
1973/74 wurde ein neues, fünfzig Meter hohes Betonröhrensilo errichtet
1981: Elevatorturm der Nachkriegszeit wird zugunsten eines erweiterten Schiffsliegeplatzes beseitigt
1982 wurde nach Abriss des Elevatorturms auch Pier B beseitigt und die Kajenlänge von zwischenzeitlich 260 auf 290 m vergrößert; in diesem bis heute maximalen Ausbauzustand war das Andocken von Schiffen bis zu einer Länge von 275 m möglich
Epoche:
Jahrhundertwende & Zwischenkrieg & Nachkrieg
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1912-1916 & 1926-1929
Art Dat.:
Umbau
 Num.-Dat.:
1947-1950
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Säume, Max & Hafemann, Günther
 Funktion:
Architektengemeinschaft
 Geltungsdauer:
1947-1950
Sozietät:
Bauherr
 Sozietät Name:
Bremer Lagerhausgesellschaft
Lit.-Kurztitel:
Schoene, E.: Die Getreideverkehrsanlage der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft in Bremen, Sonderdruck aus der "Lloyd-Zeitung", Bremen o. J. (um 1918)
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Tillmann: Anlage für Getreideumschlag am Hafen III in Bremen =
Werft, Reederei, Hafen (1924) 13
 Stelle:
330-333
Lit.-Kurztitel:
Tillmann: Die bremischen Häfen in Bremen-Stadt und Bremerhaven =
Die Weser 4 (1925)
 Stelle:
151-156
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Die Entwicklung der Umschlagseinrichtungen in den bremischen Häfen =
Jahrbuch der Hafenbautechnischen Gesellschaft, Bd. 9 (1926)
 Stelle:
S. 91-166, zur Getreideanlage speziell S. 151-154
Lit.-Kurztitel:
Tillmann: Die Leistungsfähigkeit der bremischen Häfen in Bremen-Stadt und Bremerhaven =
Die Weser 6 (1927)
 Stelle:
164-168
Lit.-Kurztitel:
Die Weser 6 (1927) 4
 Stelle:
(Werbung)
Lit.-Kurztitel:
Robert Bargmann, 700 Jahre Bremer Mühlen, Bremen 1937
 Stelle:
76-82 (Die Getreideanlage der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft in Bremen)
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Der Wiederaufbau und Ausbau der Häfen in Bremen und Bremerhaven seit 1945 =
Jahrbuch der Hafenbautechnischen Gesellschaft, Bd. 20/21 (1950/51)
 Stelle:
143-227, zur Getreideanlage speziell S. 175 f. u. 184 f.
Lit.-Kurztitel:
Getreideanlage Bremen, hg. v. d. Bremer Lagerhaus-Gesellschaft, Bremen 1952
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Agatz: Hafenanlagen in Bremen und Bremerhaven =
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
40-71, hier: 49, Abb. Ib 20-Ib 21
Lit.-Kurztitel:
Jung, Helmut: Die Erweiterung der Getreideanlage Bremen 1957/58 durch Bau eines kombinierten Getreidelager- und Stückgut-Umschlagschuppens =
Handbuch für Hafenbau und Umschlagstechnik V (1960)
 Stelle:
167-172
Lit.-Kurztitel:
N.N.: Neubau im Bremer Getreidehafen =
Die Weser 48 (1974)
 Stelle:
91 f.
Lit.-Kurztitel:
Naumann, D.: Umbau der Getreideanlage in Bremen =
Handbuch für Hafenbau und Umschlagstechnik XXVIII (1983)
 Stelle:
99-100
Lit.-Kurztitel:
Aschenbeck, Nils und Dirk J. Peters: Zeit - Räume. Industriearchitektur zwischen Elbe und Weser 1840-1970, Bremerhaven 1997
 Stelle:
68-69
Lit.-Kurztitel:
Aschenbeck, Nils: 33 Häuser in Bremen - 33 Bremer Geschichten, Bremen 2004
 Stelle:
60
Lit.-Kurztitel:
Kirsch, Rolf: Neu unter Schutz gestellte Kulturdenkmale in Bremen =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 4, Bremen 2007
 Stelle:
81-87
Lit.-Kurztitel:
Skalecki, Georg: Revitalisierung großflächiger historischer Hafenareale - die Bremer Überseestadt =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 7, Bremen 2010
 Stelle:
8-21
Lit.-Kurztitel:
Schwartz, Uwe: Öffentliche und private Großbauten in Bremen zwischen den Weltkriegen =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 10, Bremen 2013
 Stelle:
24-36
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen