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Villa Fritze

OBJ-Dok-nr.: 00001817





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Nord
Stadtteil:
Vegesack
Ortsteil:
Vegesack
Straße:
Weserstraße 33 & 33A & 74 & 75 & 75C
Kimmstraße
Denkmaltyp:
Villa & Teehaus & Belvedere & Remise & Landgut
Eintragung:
2009
Listentext:
Weserstraße 33-33A, 74-75, 75C, Villa Fritze mit Nebengebäuden, 1876 und 1879-1880 von Heinrich Müller (2009)
Einzeldenkmale siehe: Weserstraße 74-75; 75C
Bestandteil der Denkmalgruppe:
- Weserstraße 33-33A/Kimmstraße, Remise, später Freiw. Feuerwehr, 1876 (2009)
Kimmstraße
Kurzbeschreibung:
Die 1876 erbaute Villa Fritze, die aufwendigste Villa in Vegesack, gehörte zu den prächtigen Anwesen vermögender Kreise aus Bremen und Vegesack, die diese sich an der Weserstraße in schönster Höhenlage mit Aussicht auf die Weser errichten ließen. Sie ist, nicht zuletzt auch durch ihre noch vorhandenen Nebengebäude, das herausragendste Zeugnis großbürgerlicher Wohnkultur in Vegesack und damit ein hochrangiges Kulturdenkmal.
Für die Villa Fritze zeichnete der Bremer Architekt Heinrich Müller (1819-1890) verantwortlich, der auch Schloss Wätjen in Wätjens Park entwarf und durch die Börse am Marktplatz in Bremen (1861) überregional bekannt geworden war. Müller war neben Johann Georg Poppe der bedeutendste Bremer Architekt des Historismus. Während er mit der schlossartigen Villa für Christian Heinrich Wätjen ein Bauwerk im Stil eines englisch beeinflussten, malerisch differenzierten "Castle Style" schuf, errichtete er für die Familie Fritze eine durch französische Renaissance- und Barockeinflüsse gekennzeichnete, ähnlich großformatige, jedoch in ihren Grundformen einfacher und strenger strukturierte Villa. Sie ersetzte ein deutlich kleineres eingeschossiges klassizistisches Landhaus mit Portikus und Freitreppe, das sich der Bremer Kaufmann und spätere Senator Carl Wilhelm August Fritze (1781-1850) 1827 als sommerlichen Wohnsitz hatte erbauen lassen.
Zu dem prächtigen Villen-Anwesen gehörte ursprünglich ein großes Parkareal, das durch den Ankauf großer Teile des Grundstückes des Arztes und bedeutenden Botanikers Dr. Albrecht Wilhelm Roth durch C. W. A. Fritze nach Roths Tod im Jahr 1834 zusammengekommen war. Das so entstandene Fritzesche Parkgrundstück bildete später den Kernbereich des heutigen Vegesacker Stadtgartens. Von den zugehörigen Nebengebäuden des herrschaftlichen Fritzeschen Wohnsitzes existieren noch das 1879/80 erbaute ehemalige "Teehaus" der Familie Fritze, ein auf einem heute abgetrennten Grundstücksteil gelegener aufwendiger, mit Treppentürmchen versehener oktogonaler Belvedere-Pavillon in renaissancierenden Formen über bastionsartigen, mit einer balustradengesäumten Terrasse abschließenden Substruktionen, in Bremen ohne Parallele (Weserstr. 75 c), und eine Kombination von Kutscherhaus- und Remisengebäude im dekorativ-ländlichen Schweizerhausstil (Weserstr. 33-33a), nach diversen Um- und Ausbauten heute Sitz der Freiwilligen Feuerwehr Vegesack.
Epoche:
Historismus
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1876 & 1879-1880
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Müller, Heinrich
 Funktion:
Architekt
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Fritze, Gottfried Johannes Carl
 Funktion:
Kaufmann
Lit.-Kurztitel:
Hollanders, Sophie: Vegesack - Alte Bilder einer Hafenstadt, Bremen 1984
 Stelle:
170, 172-173
Lit.-Kurztitel:
Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
 Stelle:
64
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen

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