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Wümmehof

OBJ-Dok-nr.: 00001829





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Ost
Stadtteil:
Borgfeld
Ortsteil:
Borgfeld
Straße:
Katrepeler Landstraße 48 & 50
Denkmaltyp:
Wohnhaus & Landhaus
Eintragung:
2013
Listentext:
Katrepeler Landstraße 48/50, Wümmehof, 1939 von Friedrich Schumacher (2013)
Kurzbeschreibung:
Der sogenannte Wümmehof in Bremen-Borgfeld hat nationalen geschichtlichen Denkmalwert als dauerhafter Hauptwohnsitz (1950-1994) von Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907-1994), Chef des Hauses Hohenzollern von 1951-1994. Louis Ferdinand, letzter Thronprätendent aus eigenem Anspruch, verkörperte stets die Hoffnung konservativer Kreise in der Bundesrepublik auf die Wiedereinführung einer (konstitutionell zu denkenden) Monarchie. Er war zweifellos eine Figur der deutschen Zeitgeschichte von erheblicher Bedeutung. Der relativ bescheidene, bürgerliche "Wümmehof" symbolisiert das Versiegen von Glanz und Einfluss des Kaiserhauses in der Nachkriegszeit.Weitere Bedeutung hat der Wümmehof in heimatgeschichtlicher Hinsicht: Als Stätte des zurückgezogenen, in die Dorfgemeinschaft integrierten Lebens der Familie des Chefs des Hauses Hohenzollern im dörflichen Umfeld des bremischen Ortsteils Borgfeld, nicht fern vom Wohnsitz des legendären Bürgermeisters Wilhelm Kaisen. Kaisen unterstützte die Integration des Prinzen in Borgfeld und Bremen und nahm ihn gegen Anfeindungen aus den Kreisen seiner sozialdemokratischen Parteifreunde in Schutz.
Das Landhaus wurde 1939 in schöner landschaftlicher Lage am Ufer der Wümme nach Entwurf des bekannten Bremer Architekten und Dombaumeisters Friedrich Schumacher (1905-1993), Cousin des bedeutenden, aus Bremen gebürtigen Hamburger Baudirektors Fritz Schumacher (1869-1947), erbaut. Dieser für die örtlichen Bestrebungen konservativer architektonischer Gestaltung seiner Entstehungszeit überaus charakteristische und in gestalterischer Hinsicht zu den besten Vertretern des traditionalistisch ausgerichteten Landhausbaus der 1930er-Jahre in Bremen zählende, außerordentlich gut erhaltene Bau wurde in dem Standardwerk "Bremen und seine Bauten 1900-1950" publiziert, das sich die Dokumentation ausgewählter beispielhafter bremischer Architektur zum Ziel gesetzt hatte.
Der Garten entstand 1909 für einen Vorgängerbau des heutigen Wümmehofs nach einer Planung des bedeutenden Bremer Gartenarchitekten Friedrich Gildemeister (1887-1947), eines deutschlandweit einflussreichen Vertreters der Wiederbelebung der formalen Gartenkunst im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Er ist zwar nur noch als Relikt überliefert, stellt aber eine der wenigen überhaupt noch in Spuren existierenden Schöpfungen Gildemeisters in Bremen dar.
Epoche:
Zwischenkrieg
Stil:
Konservativ 30er
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1905 & 1911 & 1939
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Gildemeister, Friedrich
 Funktion:
Gartenarchitekt
 Geltungsdauer:
1905-1911
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Schumacher, Friedrich
 Funktion:
Architekt
 Geltungsdauer:
1939
Objekt @ Bez:
Bauherr
 Name:
Kellner, Friedrich Wilhelm
 Funktion:
Kaufmann
 Geltungsdauer:
1905-1939
Lit.-Kurztitel:
Gildemeister, Walter: Gärten =
Die Form 1 (1926)
 Stelle:
149-152 (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/form1925_1926/0197
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
397
Lit.-Kurztitel:
Prinz von Preußen, Louis Ferdinand: Die Geschichte meines Lebens, Göttingen 1968
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Der Spiegel (1968) H. 51
 Stelle:
Artikel anlässlich der Veröffentlichung von "Die Geschichte meines Lebens"
Lit.-Kurztitel:
Prinz von Preußen, Michael: Ein Preußenprinz zu sein, München/Wien 1986
 Stelle:
76
Lit.-Kurztitel:
Borgfeld-Lexikon, 2012
 Stelle:
72, 196-197
Lit.-Kurztitel:
Utitz, Emil: Tote und lebende Schönheit =
Deutsche Kunst und Dekoration 24 (1909)
 Stelle:
53-61 (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1909/0071)
Lit.-Kurztitel:
Redslob, Edwin: Fr. Gildemeister-Bremen: Gärten und Gartenmöbel =
Deutsche Kunst und Dekoration 32 (1913)
 Stelle:
212-214 [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1913/0226]
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen