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Schule an der Kornstraße

OBJ-Dok-nr.: 00001834





Stadt:
Bremen
Bezirk:
Süd
Stadtteil:
Neustadt
Ortsteil:
Buntentor
Straße:
Kornstraße 167 & 169
Claudiusstraße 2 & 4 & 6 & 6a
Hagedornstraße
Denkmaltyp:
Schule
Eintragung:
2010
Listentext:
Kornstraße 167/169, Schule an der Kornstraße, 1914-1916 von Wilhelm Knop und Max Fritsche
Claudiusstraße 2/6, 6a
Hagedornstraße
Kurzbeschreibung:
Die Schule an der Kornstraße wurde 1914-1916 als 34-klassige Doppelschule mit Sonderklassen und Turnhallen erbaut. Sie ist eine von vier in Bremen konzeptionell neuartigen Doppel-Volksschulen der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die Schule war wesentli-cher Bestandteil einer neuen städtebaulichen Planung in der Neustadt: Sie bildete den monumentalen Mittelpunkt eines neuen Wohnquartiers, das sich, an die Neanderstraße angliedernd, mit zwei neuen Planstraßen (Claudius- und Hagedornstraße) zwischen Korn- und Gastfeldstraße erstreckte.
Neuartig bei der Schule an der Kornstraße war für damalige Verhältnisse nicht nur der Typus der Großschule, der durch die Zusammenfassung je einer zweizügigen Jungen- und Mädchenschule entstand. Neu war auch die besonders aufwändige Ausstattung mit Sonderräumen wie Zeichensaal, Physiksaal, je zwei Turnhallen, Räumen für den Haus-haltsunterricht, Duschbad und Hausmeister- und/oder Heizerwohnungen. Bis etwa 1910 war in Bremen noch der Grundsatz geltend gewesen, möglichst nicht mehr als 16 Klas-sen in einer Schule zu vereinigen. Außerdem waren sämtliche neuen Großschulen sogenannte Freischulen für unentgeltlichen Unterricht.
Durch gediegene, hochwertige, aus der Materialität des Backsteinbaus entwickelte Bau-weise, reduziert klassizierende Werkstein-Traufgesimse und mit einfachen Mitteln bewirkte Differenzierung, aber auch durch besondere Akzente wie die städtebaulich wirksam platzierte vierbogige Eingangsloggia an der Ecke Claudiusstraße lässt die Schule Kornstraße eine ambitionierte Entwurfshaltung erkennen. Der zur Claudiusstraße orien-tierte, risalitartig quergestellte Baukörper mit den beiden übereinander angeordneten Turnhallen schiebt sich akzentuierend zwischen die beiden rechtwinkelig zueinander angeordneten Klassenraumflügel für Jungen und Mädchen. Zwei weitere Risalite an Korn- und an Claudiusstraße (hier als Eckrisalit) rhythmisieren den Bau. In der Anord-nung der Risalite und der übrigen Baukörper ist eine steife Symmetrie zugunsten einer abwechslungsreichen, bewegten Gliederung bewusst vermieden. Das Grundriss-L der Schule umfasst einen geräumigen Schulhof von zwei Seiten und schirmt ihn von Korn- und Claudiusstraße ab. Während die Schule an der Claudiusstraße dicht an den Bürgersteig heranrückt, ist sie von der Kornstraße größtenteils deutlich zurückgesetzt, so dass ein Vorgarten beträchtlicher Größe entsteht, der laut Projektentwurf der Hochbau-inspektion II als "Botanischer Garten", also für didaktische Zwecke, gedacht war.
Epoche:
Jahrhundertwende
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1914-1916
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Knop, Wilhelm
 Rank:
Baudirektor
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Fritsche, Max
 Rank:
Baurat
Sozietät:
Bauherr
 Sozietät Name:
Hochbauamt Bremen
Lit.-Kurztitel:
o.V.: Volksschule an der Helgoländerstraße in Bremen =
Das Schulhaus 19 (1917)
 Stelle:
340-345
Lit.-Kurztitel:
Bremen und seine Bauten 1900-1951, 1952
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
150 Jahre Schulbau in Bremen. Faltblatt zur Ausstellung in der Landesbilstelle v. 17.11.-31.12.1994
 Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
Posener, Julius: Berlin auf dem Wege zu einer neuen Architektur : Das Zeitalter Wilhelms II, München/New York 1995
 Stelle:
"Vereinfachung", S. 223-239
Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen