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Friedhofskapelle der ev. luth. Gemeinde Geestemünde

OBJ-Dok-nr.: 00003056





Stadt:
Bremerhaven
Bezirk:
Süd
Stadtteil:
Geestemünde
Ortsteil:
Bürgerpark
Straße:
Feldstraße 15-27
Denkmaltyp:
Friedhofskapelle
Listentext:
Feldstraße 15-27, Friedhofskapelle der ev. luth. Gemeinde Geestemünde (2012)
Kurzbeschreibung:
Der Geestemünder Friedhof an der Feldstraße wurde 1859 angelegt. Zuvor hatte der Kirchhof der Marienkirche an der Mushardstraße ausgereicht, um die Bestattungen Geestendorfs und seit 1848 zusätzlich auch die des neu gegründeten Hafenorts Geestemünde aufzunehmen. Eine Friedhofskapelle, wie sie auf den großen Friedhöfen der benachbarten Stadtgemeinden Bremerhaven und Lehe selbstverständlich vorhanden war und die für die Trauerfeier sowie - ebenso wichtig - auch als Leichenhalle genutzt werden konnte, fehlte lange Zeit. Die Geestemünder Stadtgemeinde hatte zwar für diesen Zweck am Krankenhaus an der Hartwigstraße eine Leichenhalle errichten lassen, deren Kapazität jedoch in der Zwischenkriegszeit nicht mehr ausreichte.
Der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Geestemünde beauftragte 1930 den Architekten Wilhelm Allers, einen Entwurf für eine neue Friedhofskapelle zu erarbeiten. Der Bauplatz für die neue Kapelle, etwa 250 Meter von der Feldstraße zurückversetzt, wurde an der Stelle gewählt, wo der Geestemünder Friedhof 1859 seinen Ursprung gehabt hatte. Für das Projekt mussten deshalb eine erhebliche Zahl an Einzelgrabstellen für das Fundament der Kapelle und für die neu angelegte Zugangsallee umgewandelt oder entschädigt werden.
Die Kapelle ist heute der zentrale Bezugspunkt auf dem Friedhof und wird in ihrer städtebaulichen Wirkung noch dadurch unterstützt, dass das Gelände zwischen der Feldstraße und dem Bauplatz leicht ansteigt. Der zur Feldstraße quer gestellte hohe Turm ist weithin sichtbar, erhält aber seinen monumentalen Charakter besonders in Zusammenwirkung mit der Heckenallee, die vom Haupteingang aus neu angelegt wurde und sich vor der Kapelle zu einem halbrunden Platz erweitert.
Auch wenn die Umrisslinie des Kapellengebäudes, gerade im Untergeschoss, sehr bewegt ist, überwiegt doch die strenge und geordnete Auffassung im Entwurf. Als Vorbild für die Kapelle diente dem Architekten möglicherweise die "Mutterkirche" der Gemeinde, die Marienkirche an der Mushardstraße. Dem würde die Abfolge von quer gestelltem Turm, dem mit einem Satteldach gedeckten Hauptschiff und dem sich daran anschließenden, deutlich abgesetzten Chorraum entsprechen. Dabei sind alle vorgenannten Elemente gekonnt in das Gestaltungsvokabular der späten 1920er Jahre übersetzt worden.
Baugeschichte:
1892: Treibhaus und Bedürfnisanlage; das Pissoir als Anbau an ein Stallgebäude, das zusammen mit einem zum Friedhof gehörenden Wohnhaus (Feldstraße 16) bereits Bestand war. Entwurf: Heinr. Allermann, Maurermeister
1903: Antrag zum Bau einer Abortanlage auf dem Friedhof, wieder durch Allermann
1902: Neubau eines Wohnhauses für den Friedhofsgärtner durch Maurermeister Heinrich Lange; Ausbau des Dachgeschosses 1937 durch Fritz Boysen
1904: Anbau eines Gewächshauses an das Wohnhaus des Friedhofgärtners Ludwig Menge
1911: Provisorische Einfriedung der Friedhofserweiterung
1920: Einfriedung für die Friedhofserweiterung
1930: Bauschein Kapelle Juli 1930
1931: Nachtragszeichnungen am 21. April eingereicht
1931: Bauschein zum Nachtrag 6. Mai
1931: Abnahme Kapelle 26. Oktober 1931
1947: Neugestaltung des Haupteingangs durch Arch. Heinrich Siemers
1952: Errichtung einer Kriegsgräber-Ehrenhalle
1969: Erweiterung des Friedhofs zur Seilerstraße, Entwurf 1967 durch Gartenarchitekt Gerd Schwemer
Epoche:
Zwischenkrieg
Art Dat.:
Herstellung
 Num.-Dat.:
1930-1931
Objekt @ Künstler:
Entwurf
 Architekt/Künstler:
Allers, Wilhelm
 Funktion:
Architekt
Sozietät:
Bauherr
 Sozietät Name:
Ev. luth. Gemeinde Geestemünde
Lit.-Kurztitel:
Uwe Schwartz: Das Friedhofswesen der Zwischenkriegszeit in Bremerhaven-Geestemünde =
Denkmalpflege in Bremen, Heft 6, Bremen 2009
 Stelle:
84-93
Lit.-Kurztitel:
70 Jahre Geestemünder Friedhof =
Wesermünder Neueste Nachrichten
 Stelle:
Nr. 118 vom 23. 5. 1929
Lit.-Kurztitel:
Friedhofsaussprache im Geestemünder Bürgerverein =
Nordwestdeutsche Zeitung
 Stelle:
vom 19. 3. 1932
Lit.-Kurztitel:
Koop, Ralf: Der Geestemünder Friedhof, Bremerhaven 2011
 Stelle:
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Rechteinformation:
Copyright by Landesamt für Denkmalpflege Bremen