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Raschens Werft

OBJ-Dok-nr.: 00002516




Stadt:
Bremen
Bezirk:
Nord
Stadtteil:
Burglesum
Ortsteil:
St. Magnus
Straße:
Admiral-Brommy-Weg 10 & 11
Denkmaltyp:
Werft & Wohnhaus
Listentext:
Admiral-Brommy-Weg 10-11, Raschens Werft, um 1840 (2012)
Baugeschichte:
ehem. Wohnhaus mit Anbau von Raschens Werft, 1770-1841 als Werft in Betrieb, in dieser Zeit wurden nachweisbar 109 Schiffe gebaut°
von Hinrich Raschen (1735-1800) um 1770 angelegt, erstes Schiff lief 1776 vom Stapel°
1800 nach seinem Tod führte sein Sohn Hinrich (1780-1848) die Geschäfte weiter°
wohl um 1840 Neubau eines "geräumigen Wohnhauses", das bis heute erhalten ist, Nr. 11°
1841 Konkurs der Werft°
1842 Verkauf an Eberhard Focke aus Bremen, der sie an Schiffbaumeister Bernhard Wencke, Bremen, verpachtete°
1870 Werft aufgegeben°
1870 nach einigen Besitzwechseln wurden die Werftgebäude 1870 abgebrochen, nur das Haupthaus blieb erhalten°
dann Hofmeierhaus des Landsitzes von Senator Otto Flohr (1869-1942, Kaufmann u. Senator, gründete in Argentinien die Tabakfirma Flohr & Co, 1903 Rückkehr nach Bremen u. weiter im Tabakgeschäft tätig, 1909 bolivianischer Konsul, im Aufsichtsrat mehrerer Firma und Mitglied u.a. des Kunstvereins, nach 1918 in DNVP, später NSDAP, seit 1931 in der Bürgerschaft, 1933-1942 Senator für Finanzen; verheiratet mit Elisabeth Flohr, geb. Volkmann, 4 Kinder, lt. Adressbuch wohl 1928 wohnhaft Oeversberg 154)°
heute Wohnhaus°
Bauakte im Bauamt Bremen-Nord ab 1946 (Nr. 11):°
1946 Dr. jur. Otto Flohr (jun.): Ausbau des DG zu Wohnung, Eigentümerin: Elisabeth Flohr, geb. Volkmann (sein Haus Maschkuhlen 12 wurde von Militärregierung beschlagnahmt; da er in St. Magnus beruflich tätig ist, ist dort auch Whg. nötig, deshalb Ausbau des DG im Haus seiner Mutter)°
Kurzbeschreibung:
Die ehemalige Schiffswerft von Hinrich Raschen an der Lesum in St. Magnus war eine der bedeutendsten Werften im Unterweserraum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zahlreiche Schiffe für bremische Reedereien wurden bei Raschen gebaut. °
Das gut überlieferte Wohnhaus mit zugehörigem Fachwerkbau ist ein anschauliches bauliches Zeugnis der ehemaligen Schiffswerft von Hinrich Raschen Senior und Junior in St. Magnus, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Werften im Unterweserraum war. Insofern ist die Baugruppe auf regionaler Ebene von großer geschichtlicher Bedeutung, die noch durch die Tatsache, dass hier vor allem Schiffe für bremische Reedereien gebaut wurden, gesteigert wird.°
Darüber hinaus ist die Baugruppe von erheblicher technikgeschichtlicher bzw. werftgeschichtlicher Relevanz, da sie zu den mittlerweile seltenen historischen Werftbauten aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bremen zählt. Zudem hält die charakteristische Lage des Wohnhauses Raschen die Erinnerung an den Originalstandort der Werft wach, zumal das Wohnhaus direkt auf dem Werftareal stand. Dazu trägt auch die benachbarte Straßenbezeichnung "Bei Raschens Werft" bei.
Art Dat.:
Herstellung
  Num.-Dat.:
um 1840
Objekt @ Bez:
Bauherr
  Architekt/Künstler:
Raschen, Hinrich jun.
  Funktion:
Schiffsbaumeister & Werftbesitzer
Quelle:
R. Stein, Inventar
  Stelle:
Kasten 8, Admiral-Brommy-Weg 10, Blatt 9
Quelle:
Staatsarchiv Bremen, Katasterkarte der Gemarkung St. Magnus, 1:2000, 1874-1875, 3 Blätter, Bestand 4, 118-304, -305, -306
  Stelle:
Blatt 3 -306, Hausnr. 33, 35/36
  Herkunft:
Katasteramt Osterholz
Quelle:
Staatsarchiv Stade, Amt Blumenthal (bis 1885), Nr. 2286, Rep. 74 Blumenthal, 1841-1850, Dominial-Rückstände
  Stelle:
Nr. 2286, Rep. 74 Blumenthal, "Die von dem Schifsbaumeister H. Raschen zu Sankt Magnus schuldig gebliebenen, in dessen Konkurse beim Gerichte Lesum profitierten 93 Reichstaler 18 Grote Domanial-Holzkaufgelder"
Quelle:
Staatsarchiv Stade, Amt Blumenthal (bis 1885), Nr. 3471, Rep. 74 Blumenthal, 1786-1798, Schiffsbau, Bielbriefe, Schiffsausrüstungen
  Stelle:
Nr. 3471, Rep. 74 Blumenthal, "Der Schiffsbau des Schiffszimmermeisters Raschen in Sankt Magnus und die bewilligten Geldsummen"
Quelle:
www.sankt-magnus.de/Raschens-Werft-und-der-Walfang
  Stelle:
Raschens-Werft-und-der-Walfang
Lit.-Kurztitel:
Bremische Biografie 1912-1962
  Stelle:
152 f.
Lit.-Kurztitel:
Fiedler, Ulf: Bremen-Nord. Porträt einer Stadtlandschaft, Bremen 1977
  Stelle:
99-100
Lit.-Kurztitel:
Halenbeck, Lüder: 50 Ausflüge in die Umgebung von Bremen, Bremen 1893
  Stelle:
190 (nur als ehem. Schiffbauplatz, ca. 1750-1870 genannt)
Lit.-Kurztitel:
Heimat- und Verschönerungsverein Burg-Lesum (Hg.): Burg-Lesumer Heimatbuch, Bremen o.J. [1985]
  Stelle:
78, 376, 380, 383, 389, 390
Lit.-Kurztitel:
Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon, Bremen 2003
  Stelle:
Bd. 1, 262 (zu Flohr)
Lit.-Kurztitel:
Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon, Bremen 2003
  Stelle:
Bd. 2, 700 (zu Raschen)
Lit.-Kurztitel:
Hollanders, Sophie: Vegesack. Alte Bilder einer Hafenstadt, Bremen 1984
  Stelle:
204, 205, Abb. 330, 331
Lit.-Kurztitel:
Pawlik, P.-M.: Von der Weser in die Welt, Bremerhaven/Hamburg 1993
  Stelle:
320-322
Lit.-Kurztitel:
Ramlow, Uwe: Burglesum 1860-1945, Bremen 2002
  Stelle:
56-57
Lit.-Kurztitel:
Schmolze, Arendt und Gerhard: An der Lesum, Bremen 1985
  Stelle:
28 u. Abb. 48, 50, 52
Lit.-Kurztitel:
Spengemann, Friedrich: Altes und Neues aus dem alten St. Magnus, Blumenthal 1931
  Stelle:
..
Lit.-Kurztitel:
St. Magnus einst und heute. Dokumentation der Fotoausstellung vom 27.-28. Juni 1998 in Haus Kränholm, o. O., o. J. [Bremen 1998]
  Stelle:
17
Lit.-Kurztitel:
Stabenau, Hanspeter: Lebensraum Bremen-Nord - Geschichte und Gegenwart, Bremen 1989
  Stelle:
202
Lit.-Kurztitel:
Stein, R.: Dorfkirchen und Bauernhäuser im Bremer Lande, Bremen 1967
  Stelle:
351
Lit.-Kurztitel:
Stein, R.: Klassizismus und Romantik in der Baukunst Bremens II, Bremen 1965
  Stelle:
389